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Punk // Seite 1

Jens Rachut

Jens Rachut, 1954 in Hamburg geboren, ist eine der eigenwilligsten Stimmen der deutschen Punkszene – ein Musiker, Hörspielautor und Theaterschauspieler, dessen Werk sich beharrlich jeder einfachen Einordnung widersetzt. Als Lyriker und Vocalist hat er über Jahrzehnte hinweg Bands und Projekte geprägt, die den deutschsprachigen Punk immer wieder neu befragt und verschoben haben. Seine Texte tragen eine raue Poesie in sich, die zwischen Straßenrealismus und surrealer Verdichtung pendelt – direkt, ungeschönt und mit einem scharfen Blick auf die Brüche des Alltags.

Neben seiner musikalischen Arbeit bewegt sich Rachut souverän zwischen den Kunstformen: Als Hörspielautor erschließt er dem gesprochenen Wort neue Räume, und auf der Bühne hat er unter anderem in Produktionen des Regisseurs Schorsch Kamerun mitgewirkt. Diese Vielschichtigkeit ist kein Zufall, sondern Programm – Rachut versteht Kunst als fortlaufenden Prozess des Fragens, nicht des Antwortgebens. Wer sich auf sein Schaffen einlässt, begegnet einem Werk, das unbequem bleibt und genau darin seine Stärke findet.

11. Mai 2026 // // Kommentare sind deaktiviert

Brezel Göring

Brezel Göring, 1967 im nordhessischen Wolfhagen geboren, ist ein Berliner Musiker, der vor allem als Mitglied des Duos Stereo Total bekannt wurde – jener deutsch-französischen Formation, die seit den frühen Neunzigern Genres und Konventionen mit geradezu spielerischer Leichtigkeit durcheinanderwirft. Sein Klanguniversum bewegt sich irgendwo zwischen experimenteller Elektronik, Chiptune-Ästhetik und avantgardistischen Synthesizer-Welten, wobei er stets einen Sinn für das Abseitige, das Schräge und das bewusst Unkorrekte mitbringt. Als Gründer des Labels Verboten In Deutschland hat er sich zudem eine Plattform geschaffen, die genau jene Musik veröffentlicht, die anderswo keinen Platz findet – und das mit offensichtlicher Überzeugung. Was Göring auszeichnet, ist die Konsequenz, mit der er ästhetische Grenzen nicht nur auslotet, sondern schlicht ignoriert: Elektropop trifft auf Lo-Fi-Experimente, synthetische Texturen auf ironische Brechungen, und das Ergebnis klingt dabei nie beliebig, sondern immer nach einer sehr eigenen, klar erkennbaren Handschrift, die sich über Jahrzehnte hinweg treu geblieben ist.

11. Mai 2026 // // Kommentare sind deaktiviert
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